Historie

Seit mehr als zweihundert Jahren hat sich am Prinzip des Heißluftballonfahrens nichts geändert. Die Technik und die physikalischen Gesetze des statischen Auftriebs nutzen die heutigen Ballonfahrer genauso wie vor mehr als zweihundert Jahren die Gebrüder Montgolfier. Hierbei werden die in der Ballonhülle eingeschlossenen Luftmassen mit Hilfe eines Brenners erhitzt. Die erhitzte Luft wird durch die Veränderung ihrer Dichte leichter und der Ballon erhebt sich in den Himmel. Sobald der Ballon abgehoben hat, bestimmt nur noch der Wind seine Fahrtrichtung.

Joseph_Michel_MontgolfierJacques_Étienne_MontgolfierJoseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier stammten aus einer Familie, die seit vier Jahrhunderten in der Provinz die Papierherstellung betrieb. Im Jahre 1782, als Joseph mit seinen ersten Ballonexperimenten begann, war der florierende Familienbetrieb in Annonay, südlich von Lyon, als "königliche Papiermanufaktur" Hoflieferant des französischen Königs geworden. Das mit dieser Auszeichnung verbundene Einkommen machte Joseph, damals 42, und seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Etienne, finanziell so unabhängig, dass sie sich ganz ihren Liebhabereien widmen konnten. Joseph Montgolfier befasste sich mit Ballonen.

An einem sonnigen Dezembernachmittag des Jahres 1783 verfolgte der Herzog von Villeroi von einem Fenster seiner Wohnung aus skeptisch die Vorbereitungen für den Aufstieg eines bemannten Ballons in den Pariser Tuilerien. Obwohl der Herzog von ähnlichen Experimenten wusste, die seine Landsleute in den vergangenen Wochen durchgeführt hatten, glaubte er nicht recht daran, dass diese Maschine sich in die Luft erheben würde.